Mehr Meta bitte – Gunter Dueck bei der #rp13

Diskurs statt Diskussion. Miteinander reden statt übereinander zu schimpfen. Gunter Dueck macht auch bei der re:publica 2013 das, was er am besten kann. Er hält seinen Zuhörern den Spiegel vor. Mit vermeintlich flauschigen Stahlwollehandschuhen gibt er jedem einen mit, der meint, auf der Wahrheit zu sitzen.

Dueck nuschelt wie eh und je, liefert immernoch Folien ab, mit denen jeder Erstsemester-Student in eine Ehrenrunde geschickt würde und versucht die Brücke zu seinem Vortrag aus dem Jahr 2011 zu schlagen. Das gelingt aber nicht. So ein gutes Gedächtnis hat hier keiner.

Nach einer Stunde Anekdoten aus dem Leben des Gunter Dueck, einigen Thesen zu Menschenbildern, die in knalligen Farben präsentiert werden und einem Plädoyer für eine Partei, die ein klares Menschbild hat und damit auch mit einer Identität aufwarten kann, plätschert der Vortrag gegen Ende etwas dahin.

Die angekündigten Brandpfeile bleiben im Köcher oder wirken seltsam vertraut. Wir sind hier nicht die Masse. Gut. Bloggen und twittern wird nicht das Bildungssystem verändern. Ist bekannt. Und wenn wir nicht rausgehen und Oma und Opa überzeugen, werden wir auch im nächsten Jahr wieder hier sitzen, um uns auf die gleichen Schultern zu klopfen.

Das habe ich mir auch schon 2011 gedacht.

Hängen bleibt bei mir die hundertste Wiederholung des Mantras, dass wir – gerade mit unterschiedlichen Meinungen – mehr MITeinander statt übereinander reden müssen. Das meint  Dueck auch, wenn er mehr Diskurs statt Diskussion fordert.

Oder wie ich sagen würde: Mehr Kritikkultur bitte.

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