Bringt Licht in die Höhle! Eine re:publica11 Bilanz.

Es war irgendwie widersprüchlicher auf dieser re:publica als im letzten Jahr. Aber nicht von der nervigen Sorte, sondern eher auf eine produktive Art und Weise.

Einerseits wollen wir das Leben und alle möglichen Ereignisse „mappen“ und anderseits ist es uns nicht so ganz recht, dass jeder Mensch sofort nachvollziehen kann wo wir sind. Bereitwillig geben wir unsere Daten an jedes Unternehmen, dass uns ein gutes Online-Angebot macht aber wenn der Staat etwas von uns haben möchte, rufen wir nach dem Datenschutzbeauftragten Peter Schaar.

Schön an der re:publica11 war nun, dass der Weg aus dem Dilemma aufgezeigt wurde. Immer mal wieder zwischendurch – zum Beispiel von Jens Best als er etwas nebenbei feststellte, dass vielleicht gar nicht alle so wie wir partizipieren wollen – aber ganz zentral im Vortrag von Gunter Dueck.

Auch wenn wir uns noch lange nicht alle abschließend darüber einig sind, was Netzpolitik ist und was sie im Detail ausmacht, müssen wir doch jetzt erst mal unsere Richtung ändern und andere mitnehmen, bevor wir weiter vorpreschen.

Gunter Dueck hat in seinem Vortrag gesagt, dass wir aus der Höhle gekommen sind und das Licht gefunden haben. Doch jetzt dürfen wir nicht weiter einfach so ins Licht wandern und uns an der Helligkeit erfreuen. Wir müssen noch einmal umdrehen und den anderen in der Höhle das Licht zeigen. Und wir müssen ihnen auch zeigen, wie man damit umgeht!

Die Stichworte sind gesetzt und für uns fast schon banal: Medienkompetenz, Partizipation und Kollaboration. Wobei gerade Medienkompetenz in aller erster Linie die Fähigkeit bedeutet, das Wesentliche vom Unwesentlichen zu trennen und auch ganz bewusst Inhalte wegzulassen. Ganz besonders wenn es um politische Themen geht.

Nun müssen wir uns selbst die Kraft geben, all das umzusetzen, was uns in eine bessere Zukunft führt. Und ja, dafür ist die Digitale Gesellschaft gar kein schlechter Anfang. Auch wenn noch vieles verbessert werden kann und muss. Es ist jetzt aber an uns, raus zu gehen. Wir dürfen mit unseren Gedanken nicht nur auf das Feedback und die Anerkennung der Blogosphäre warten, um uns darüber zu definieren. Wir müssen zu den Menschen durchdringen.

Und weil man eben nicht alles neu erfinden muss, zitiere ich jetzt mal direkt, was Mathias Richel in seinem re:publica-Resümee als Appell sehr richtig formuliert hat:

Es geht um´s selbst machen! Den Arsch hochkriegen und selbst machen. Nicht mehr warten, bis sich etwas bewegt – sondern es eben selbst machen. Meint aber auch: Es gemeinsam selbst machen. Und vor allem den kleinen, sich selbst be- und verengenden netzpolitischen Themen – und Fankreis verlassen und das große Ganze angehen.

Die dicken Bretter bohren.

Dem kann und will ich mich anschließen. Wir müssen die netzpolitischen Ideale und Ziele auf die offline-Welt übertragen und ohne zu zögern direkt mit der Umsetzung beginnen. Constanze Kurz vom CCC hat im Gespräch schon kurz angedeutet, wie weit wir schon sind. Denn in der Internet-Enquete sitzen junge Politiker aus allen Parteien, die sich an vielen Stellen erstaunlich einig sind.

Was mir zum Abschluss noch ganz wichtig ist, hat Gunter Dueck sehr schön beschrieben. Bei allem was wir machen, müssen wir uns immer vorher fragen, was für einen Menschen wir haben wollen.

Wollen wir einen Menschen, den man an die Hand nehmen muss?

Oder wollen wir einen Menschen, der selbst Entscheidungen trifft, Verantwortung für sich und andere übernimmt und daran auch Spaß hat?

Ich denke, eher letzteres.

Ein Gedanke zu „Bringt Licht in die Höhle! Eine re:publica11 Bilanz.

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