Lasst uns die Freiheit feiern!

Als vor 25 Jahren die Mauer fiel, war das Thema Freiheit in Deutschland plötzlich sehr konkret. Die eine Hälfte der Deutschen konnte sie zum ersten Mal erleben und die Anderen merkten, dass es einen Wert gibt, den man zwar alltäglich erleben und genießen kann – selbstverständlich ist er aber nicht. Im Herbst 1989 konnte man willkürlich Menschen auf der Straße ansprechen und bekam einen Eindruck davon, was Freiheit bedeuten kann.

Reichstag Schwarz-Rot-GoldHeute führen wir keine Freiheitsdebatten mehr. Jedenfalls keine, die eine breite Öffentlichkeit interessieren. Es geht nicht mehr um das Reisen, die Äußerung der eigenen Meinung oder die Möglichkeit, diese Meinung öffentlich zu verbreiten. All das scheint heute selbstverständlich zu sein. Spanien und England sind nur einen Billig-Flug entfernt, an Küchentischen, in der Mittagspause und auf Schulhöfen wird gesagt, was einem in den Sinn kommt und wer will, kann seiner Meinung Flügel schenken und sie so oft er will im Internet veröffentlichen.

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Schwarz-Grüne Familienzusammenführung

Schwarz-Grüner BundestagAls sich unsere politischen Eltern zerstritten, wurden wir gerade geboren. Rund 30 Jahre ist es her, dass bürgerliche Aktivisten begannen, bei den Grünen als Realos Politik zu gestalten. Sie schlossen sich mit linken Alt-68ern zusammen, weil sie gemeinsame Ziele hatten. Den Schutz der Umwelt und einen humanitären Pazifismus. Ihre Werte blieben christlich-bürgerlich. Aber ihre Farbe wurde grün. Heute können wir die Familie wieder zusammenführen.

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Mein Europa ist konkret

Sonnenaufgang über der OderWenn ich aus dem Fenster schaue und mich jeden Morgen auf den Sonnenaufgang freue, sehe ich Europa. Ich blicke über die Oder und finde dort kein fremdes Land. Mein Blick findet einen Nachbarn, einen guten Bekannten und wenn unsere Kinder zusammen den Kindergarten besuchen und spielerisch die Sprache des anderen erlernen, sehe ich einen Freund. Dieser Freund heißt Polen. Wie viele Generationen vor mir hätten so etwas gesagt?

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Bundespräsident Joachim Gauck: Wie soll unser Land aussehen?

Bundespräsident Joachim Gauck hat am 23. März nach seiner Vereidigung im Deutschen Bundestag gesprochen und skizziert, wie unser Land jetzt und in Zukunft aussehen soll.

“Wem Teilhabe möglich ist und wer ohne Not auf sie verzichtet, der vergibt eine der schönsten und größten Möglichkeiten des menschlichen Daseins: Verantwortung zu leben.”

 

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Die unpersönliche Nation

Blick auf die OstseeAls ich vor drei Jahren mein Linguistik-Studium abgeschlossen habe, hätte ich nicht gedacht, dass mich mal ein Pronomen auf die Palme bringt. Es ist nicht das egoistische „mein“ oder das generalisierende „wir“. Ich werde wahnsinnig, wenn mir  landauf landab immer wieder eines entgegen schlägt. Das unpersönliche „man“. Und zwar immer dann, wenn es eigentlich um „ich“, „du“, „wir“ oder „ihr“ geht.

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