Kategorie-Archiv: Allgemein

30 Jahre ich – Vielen DANK!

Es war mir eine sehr große Freude! Die Party am Freitag war ein riesengroßer Erfolg und hatte genau den Effekt gehabt, den ich mir immer gewünscht habe! Viele Gäste fragten mich, wer denn diese tollen Musiker waren und wo man denn mehr von denen hören könnte. Deshalb hier nochmal der verlinkte Dank:

Vielen Dank an Roland Retzig, Dangaa und Kasim und DJ-Sascha!!!

Und ganz besonders an Tom und Geli am Grill sowie vom NBI Yves an der Tür, Tim und Kollegin an der Bar und natürlich Norbert an den tontechnischen Gerätschaften!!!

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Ungewöhnliche Wege verändern das Denken

So tiefsinnig müssen die Gedanken gar nicht sein. Kleine Erlebnisse machen das Leben auch schön.

Wenn der knuffige rote Traktor bei -5°C plötzlich in der Ostsee steht, holt der durchschnittliche Ein-Tages-Küsten-Besucher direkt die Kamera oder das Handy aus der Tasche. Ich auch. So ein Bild gibt dem Kurztrip in die winterliche Stille von einem Moment auf den Anderen etwas ungewöhnliches. Spannendes. Vielleicht sogar etwas Erzählbares.

Eigentlich holt der Schiffer nur sein Boot aus dem Wasser. Aber gut. Profanes wird halt nicht festgehalten…

4 Meter unter Normalnull – Das Oderbruch

Es geht bergab, wenn man ins Oderbruch will. Geografisch bedingt. Weit runter. Bis unter den Meeresspiegel. Die Ortungsanzeige des Navis fällt bis auf -4 Meter. Ein verstörender Anblick.

Angesichts der aktuellen Hochwasserlage an der Oder gewinnt das nicht nur an Reiz. Es ist fast etwas bedrohlich. Ganz besonders, wenn man die Ebene durchfahren hat und am Deich ankommt, hinaufklettert und sieht, dass das Wasser des deutsch-polnischen Grenzflusses einige Meter höher steht als das Hinterland.

Trotzdem ist das Bruch immer eine Reise wert. Und wenn es nur ein Tagesausflug ist. Das Land ist so flach, dass man heute schon sieht, wer morgen zu Besuch kommt (Sorry, ein platter Witz…).  Herrliche kleine Dörfer und eine Landschaft, in der man sehr gut die Seele baumeln lassen kann. Also: Hinfahren!

gepökelt, zerkleinert, zusammengefügt, gegart, geräuchert

So wirbt der vitale Lebensmittelproduzent für mein Abendessen. Was wird das sein? Jetzt wäre ein Lebensmittelchemiker auf der Kurzwahl sicher sinnvoll…

Aber was solls. Ich stürze mich in das Experiment und probiere die „Putenbrust nach Kasseler Art“. Da ich davon ausgehe, dass auch einige pflanzliche Produkte zerkleinert, zusammengefügt und geräuchert wurden, spare ich mir eine Gemüsebeilage und konzentriere mich fürs Wohlbefinden auf mein Vollkornbrot.

p.s. Ja, ich werde nach dem Essen den Herd putzen 🙂

Der SPIEGEL und die mediale Arschbombe

DER SPIEGEL 2/2011 und eine KerzeHauptsache die Welle hat eine ordentliche Höhe, muss man sich im Hochhaus an der Brandstwiete gedacht haben. Also setzt der SPIEGEL in der zweiten Woche des jungen Jahres 2011 auf das ungelenke Mittel der medialen Arschbombe.

Weder etwas Neues noch irgendeine Form von Eleganz zeichen diese brachiale Aktion aus. Eine mediale Aktion, die sich ganz bewusst an einem jugendlichen Turmsprung orientiert, mit dem jeder Ausflug ins sommerliche Freibad seinem Tiefpunkt zugeführt wird. Jeder weiß, was kommt. Eine große Welle, die sich genauso schnell verflüchtigt, wie sie entstanden ist.

Die eindruckvollste Arschbombe braucht aber zwei Partner, mit denen sich so richtig Druck aufbauen lässt. Nämlich die Beine des Hoppsenden, bei denen ganz simpel gilt: Je mächtiger diese gebaut sind desto größer ist die Welle.

Das erste Bein der hier in Rede stehenden Arschbombe ist die aktuelle Titelgeschichte des SPIEGEL 02/2011. Unter dem Titel „Die Unersättlichen“ wird bedeutungsschwer die Datenkrake „Internet“ in ihrer ekelhaftesten Form auf das Titelblatt gebracht.

Dieses zahnspangentragende Monster (ja, die Vernunft der Krake orientiert sich an der eines frühreifen Teenagers) besteht laut SPIEGEL im Wesentlichen aus ganz vielen bösen, weltumspannenden und privatlebenmordenden Unternehmen, die uns nicht nur zum gläsernen Menschen machen wollen. Nein, sie machen uns zum dem, was wir scheinbar so gern sind: zum Opfer. Wenn man bei der Lektüre dieses Artikels „Sacrifice“ von Lisa Gerrard und Peter Bourke auflegt, wähnt man sich direkt in einem Thriller-Update von The Social Network.

Bildlich gesprochen zieht uns die Datenkrake aus der Sicherheit unserer heimischen 4 Wände und reißt uns mit ihren 360-Grad-Kameras ins datenschutzrechtliche Verderben. Das hat es früher nicht gegeben!

Mittlerweile geht es aber nicht nur um die böse Werbeindustrie sondern auch um die (Achtung! Böser Bube!) Regierungen. Daniel Fiene hat sehr schön aufgedröselt, was daran absurd ist und was sogar bisweilen die Kategorie des Absurden sprengt.

Das zweite Bein der Arschbombe ist die neue Reihe S.P.O.N. – Die Kolumnisten, die uns ab sofort täglich (Wahnsinn!!!) ein Stück „Denkfutter“ übermitteln wird. Ich persönlich bin jetzt sehr froh, dass ich – von nun an – bei SPON wöchentlich Kolumnen von Jan Fleischhauer und Georg Diez lesen kann, die sich (endlich) mit „ihrer ganz persönlichen Sicht“ an mich wenden.

Wie konnte ich nur jemals ohne? Und warum macht The European darüber so komische Andeutungen? Hmm…

Ergebnis der MULTIMEDIALEN Arschbombe aus dem Hause SPIEGEL ist also, was im Prinzip zu erwarten war:

Nichts.

Interessant ist nur, dass dieses Nichts mehr als sonst von unverständlichem und berechtigtem Kopfschütteln begleitet wird. Denn das Feindbild Internet ist genauso daneben wie der Neuigkeitswert einer täglichen Kolumne.

Wer es sich traut, kann dem SPIEGEL ja mal sagen, dass es im Rundfunk (auch so ein neues und bestimmt gefährliches Medium) schon viele Beispiele für gute Kolumnen gibt. Zum Beispiel jeden Freitag mit Henryk M. Broder bei radioeins.

9 km Brandenburg – Im toten Winkel Berlins

Wir fuhren auf den Berliner Ring und machten uns auf den Heimweg. Die Sonne brach am ersten Sonntag des Jahres durch die Wolkendecke, blendete zuerst, bevor ihr Licht wärmte und erfreute. „Wollen wir über Land fahren?“ fragte ich und wurde bestätigt. Also nahmen wir die nächste Abfahrt und machten unseren Weg nicht mehr von Straßenschildern, sondern von der Himmelsrichtung abhängig.

An diese hielten wir uns: Osten. Jedenfalls grob. Durchfuhren Altlandsberg mit seiner wunderschönen Altstadt, den Bürgerhäusern und der Stadtmauer, machten einen Bogen um Strausberg – da können wir nach dem Winter auch wieder mit der S-Bahn hinfahren – und zielten ins Navi-Niemansland. Plötzlich tauchte ein Ort auf, dem ich mich seltsam verbunden fühlte: Garzau. Also bogen wir ab und fanden Wege vor, an denen das Tauwetter der vergangenen Tag weitgehend vorbei gegangen war.

Feldsteinhäuser reihten sich aneinander, die Straße verließ die asphaltierte Norm und ergab sich ihrer stolpersteinigen Vergangenheit. Dass diese Piste aber seit 1999 ein EU-Radwanderweg sein soll, ist ein Kuriosum erster Ordnung. Sei es drum. Die 9 km zwischen L(andstraße)233 (ab Garzau-Garzin) bis zur L35 (kurz vor Waldsieversdorf) waren das schönste Stück Landstraße, das ich seit langem sehen durfte. Grazau-Garzin und Liebenhof, ein Flecken in dem es immerhin eine Sternwarte gibt, sind kleine und sympatisch verschlafene Örtchen im toten Winkel Berlins.

Nach dem Buch von Dieter Moor suchen ja immer wieder urbane Menschen nach einem Ort der Stille, der aber dann irgendwie doch nicht so weit weg sein sollte von Berlin, wie zum Beispiel der Uecker-Randow-Kreis in Vorpommern. Aber Landleben, Ruhe und Tiere sollten schon da sein. Zwischen L233 und L35 sind solche Orte zu finden. An Tagen wie heute ist die Stimmung, die von der untergehenden Sonne in die Landschaft gemalt wird, schlichtweg unbeschreiblich. Hier gilt das einfache Kredo: Hinsehen entspannt und Genießen macht glücklich.

Vielleicht kommen wir im Sommer nochmal wieder und erkunden die Gegend mit dem Rad. Auf jeden Fall war die heutige Landpartie jeden Meter wert.

P.s. Das Bild ist schon ein paar Tage älter, hätte aber auch so oder ähnlich heute entstehen können. Tatsächlich stammt es aus dem wunderschönen Etzdorf in Thüringen.

Mein quattro für die Füße

„Ich versinke im weichen Schnee. Über meiner Schulter schlägt das weiße Pulver zusammen und umschließt mich fast völlig. Mein Partner fliegt neben mir vorbei, während das gesamte Gewicht über mich drüber rollt. Ich verbeiße mich im kalten Untergrund und baue den maximal möglichen Druck auf, um stabil aus dieser Lage raus zu kommen. Ich starte, fliege blitzschnell an meinem Partner vorbei, der gerade im Schnee versunken ist, und tauche wieder ein.“

Ein Tag im Leben eines Schuhs, wie es ihn dieser Tage millionenfach gibt. Aber dies ist keine Promo für einen bayrischen Automobilhersteller, mit einigen Ringen im Wappen. Auch soll hier keine Lanze für einen Schuhhersteller gebrochen werden, dessen Marke verdächtig nach einem Wiener Delikatesskaufhaus klingt. Hier ergeht jetzt eine Hymne an einen guten Schuh. Einen Schuh, der diesem Wetter einen Großteil seines Schreckens nimmt. Der Füße warm hält, einen festen Tritt sichert und selbst bei matschigem Stadtwinter außen nass und innen trocken ist. Solches Schuhwerk kann echte Freude machen. Ich springe seit einem Tag mit neuen Schuhen durch den Winter und freue mich wie blöd, dass ich gestern kurz vor Schluss das Sonntagsshopping doch noch genutzt habe. Mehr oder minder kurz entschlossen bin ich in einen mir bekannten Outdoor-Laden reinspaziert, habe mich vor die scheunenähnliche Schuhwand gestellt (Warum muss ich mitten in Berlin Angst haben, dass ich mir beim Schuhe kaufen einen riesengroßen Splitter einfange?), auf einen Schuh gezeigt und dem netten Verkäufer deutlich gemacht, dass es dieser sein soll. Er fand es offensichtlich gut, dass kurz vor Dienstschluss noch einer kommt, der weiß was er will, nicht lange quatscht und auch nur nach Hause muss.

Also trafen sich unsere Interessen. Er machte ein gutes und unerwartetes Geschäft zu später Stunde und ich bekam endlich die Schuhe, die ich eigentlich seit Wochen brauche. Stabil, bequem und wasserdicht. Und mit einer Socke mehr – sogar warm. Jetzt, am Tag eins nach dem Kauf, habe ich das Gefühl diese Leisetreter (kein Scherz) schon seit Ewigkeiten mein Eigen zu nennen. Sie passen einfach und ich laufe jetzt wieder absichtlich neben dem geräumten Streifen auf innerstädtischen Gehwegen. Das habe ich zuletzt als kleiner Junge im Skianzug gemacht. Jetzt springe ich gleich wieder los und freue mich wie blöde auf den verschneiten Weg zur S-Bahn. Wenn diese dann mal wieder 20 Minuten auf sich warten lässt, werde ich genüsslich im Schneehaufen rumstapfen, während irgend ein halb-hipper Style-Guru neben mir in seinen Chucks friert.