ARD-Talkshows – das „Quasselquintett“

Titel des SPIEGEL-Artikels zu den Talkshows in der ARDJa, ich erhebe meine Stimme an dieser Stelle nicht zum ersten Mal und ja, ich bin wahrlich kein Fan der ritualisierten Informationszweitverwurstung an (fast) jedem verdammten (tschuldigung) Wochenabend. Dass nun aber auch der ARD-Programmbeirat nicht so ganz mit der Abendgestaltung im Ersten zufrieden ist, hat mich dann doch noch einmal animiert, einige Gedanken aufschreiben.

Der SPIEGEL berichtet in seiner aktuellen Ausgabe (25/2012, S. 74 ff) über einen Bericht eben jenes Programmbeirates, der natürlich nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist und wahrscheinlich gerade deshalb nun im SPIEGEL erscheinen musste. Es wird hart ins Gericht gegangen mit den Großen der mehr oder minder politischen Talkshow-Generation.

Jauch bekommt ganz selbstverständlich sein Fett weg, Beckmann solle sich mal ein „klares Profil“ zulegen, was nach all den Jahren wirklich wünschenswert wäre, und Sandra Maischberger müsse aufpassen, dass ihre Sendung nicht bald „Senioren bei Maischberger“ hieße. Viele Kritikpunkte kann ich unterschreiben, frage mich aber sowohl beim ARD-Programmbeirat wie auch beim SPIEGEL nach den Exit-Optionen.

Natürlich ist das Terrain schwierig. Selbstverständlich ist es nicht leicht, sich im Abendprogramm zu behaupten und ohne Frage kann man nur verlieren, wenn aus lauter Verlegenheit lieber mehr als weniger Talkshows gemacht werden und immer wieder die gleichen Menschen auf den heißen Stühlen des öffentlich-rechtlichen Fernsehens sitzen.

An der Stelle ist der SPIEGEL-Artikel übrigens spannend: Neben der Altersstruktur wird auch knallhart aufgedeckt, wer wie oft und wo sitzt. Bei manchen Gästen nickt man als Leser wissend mit dem Kopf.

Aber  die Frage bleibt: Was nun?

Meine Antwort ist immer noch die gleiche: Mehr Nische bitte!

Liebe ARD, holt bitte Jörg Thadeusz ins Erste, setzt Bettina Rust auf einen guten Sendeplatz, schaufelt den Donnerstag für Piere M. Krause frei und dann macht ihr noch zwei Doku-Formate oder lasst Sarah Kuttner ein bisschen rumspielen und schon sind die Abende von Sonntag bis Donnerstag geritzt. Ist denn das so schwer?

Mit etwas mehr Mut könnte hier richtig was ins Rutschen kommen. Und wenn es klappt, hätte die ARD sogar dem ZDF mal wieder was voraus. Denn die Kollegen aus Mainz sind genauso vorsichtig und trauen sich nicht, Klaas Heufer-Umlauf, Joko Winterscheidt und Benjamin von Stuckrad-Barre auf die Stammzuschauer loszulassen.

Nachweis: Die Zitate in Überschrift und Text stammen aus dem SPIEGEL-Artikel

3 Gedanken zu „ARD-Talkshows – das „Quasselquintett“

  1. Dipl.Kff. Elisabeth Dorothea Lutz

    Was hat frau Maischberger denn verbrochen? Und was habt Ihr gegen Senioren?
    Als Kind konnte ich es mir auch noch nicht vorstellen, aber heute bin ich 50, aber sicher nicht alt, ich bin nur eine unbequeme Genossin und setze mich für vieles ein, wie z.b. damals bei einer AsF Tagung zum Thema: Lkw von der Straße etc. etc.
    Nichts desto trotz, ich finde jeder darf seine Meinung sagen und sich auch einmischen, wenn es paßt.
    solidarische Grüße,
    Elisabeth

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  2. SirTomate (@SirTomate)

    Das Problem ist meiner Meinung nach vor allem, dass alle Moderatoren ihre Gäste nicht richtig in die Mangel nehmen. Oft denke ich mir einfach nur:
    warum fragst du hier nicht nach? Wieso gehst du nicht tiefer in die Diskussion?
    Teilweise kommt es mir so vor, als wären sie so abhängig von ihren immer gleichen Gästen, dass sie es nicht mehr wagen kritisch zu sein.

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