Streckt die Waffen und greift endlich zum Stift!

Die Auseinandersetzung um das Urheberrecht im speziellen und den Ausgleich verschiedener Interessen im Netz ganz allgemein ist derzeit kein Beispiel einer ausgewogenen und zielgerichteten Debatten- oder sogar Kritikkultur.  Es ist – kurz gesagt – ein Hauen und Stechen.

Überschrift "Raupkopie" im SPIEGEL 11/2012 Seite 82Die Probleme gerade beim Thema Urheberrecht werden täglich mehr. Jeder Nutzer, der sich etwas kauft, zum Beispiel eine DVD, ein eBook, fünf mp3s oder ein Computerspiel steht immer vor dem Problem, dass der rechtliche Rahmen der letzten Jahrzehnte auf unsere Nutzung dieser teuer erworbenen Medien heute nicht mehr passen will.

Alltägliche Probleme mit dem Urheberrecht

Meine DVD kann ich nicht auf dem iPad gucken, das wirklich gute eBook  kann ich nach dem bewegenden Lesegenuss nicht einfach so meiner Mutter weiter geben und wenn ich in meinem Blog mal etwas schreibe, bei dem mir das gerade passende Bildmaterial zur Illustrierung fehlt, grüble ich schon mal eine Stunde, was ich da jetzt nehmen kann, ohne mir direkt zwei Abmahnungen einzuhandeln.

Ganz alltägliche Probleme, die mir zeigen, dass sich hier irgendwie etwas ändern muss.

Doch immer noch schieben wir den Tag hinaus, an dem wir uns eingestehen, dass es so nicht mehr weitergehen kann. Ich weiß nicht genau, was wir brauchen, aber Ansgar Hevelings und Stefan Niggemeiers brauchen wir meines Erachtens nicht mehr. Hier wird in einem extrem wichtigen und noch sehr inhaltsarmen Themenfeld viel zu sehr auf Show gesetzt und möglichst unterhaltend ein Schlachtengetümmel inszeniert.

Auch wenn einer nur mit dem Florett kämpft, wenn er im aktuellen SPIEGEL zum Essay anhebt, während der andere tösend mit der Machete durch das Netz rannte, sind beide Wege wenig zielführend. Was wir endlich brauchen sind praktische Vorschläge. Und wenn schon nicht zur Lösung der Probleme, dann doch wenigstens zum angestrebten Verfahren.

Greift zum Stift! Das Urheberrecht muss reformiert werden.

Urheber- und Medienrechtler aller Positionen vereinigt Euch! Setzt Euch zusammen, streitet, macht Denkfabriken auf und beendet endlich die Polemiken des gefährlichen Halbwissens! Die politische Debatte braucht jetzt Input von Leuten, die wissen, dass unsere Medienrealität nicht mehr der von 2002 oder 1992 entspricht.

Es muss definitiv ein Ausgleich her. Ein Ausgleich zwischen denen, die Medien anbieten und denen, die sie nutzen. Aber dann brauchen wir auch einen Blick auf die Debatte, der zwischen diesen beiden Interessen steht. Wir brauchen kein Leistungsschutzrecht, das eine Lex-Printpresse wäre und wir benötigen keine Alles-für-Alle-und-zwar-umsonst Gesetzgebung, die der Volksbespaßung dient und das Napster der Jahrtausendwende nach einem Jahrzehnt doch noch legalisiert.

Kurz: Machen wir nicht den Bock zum Gärtner sondern gehen an die Arbeit.

Vorschläge?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.